Sind Sie ein angehender Gitarrist und stehen vor der großen Frage: Soll ich mit einer Akustikgitarre starten oder lieber eine E-Gitarre wählen? Das ist ein Dilemma, das viele Einsteiger quält. Beide Instrumente haben ihren Charme, ihre Stärken und auch ihre Herausforderungen. In diesem umfassenden Guide tauchen wir tief in den Vergleich ein – von der Spielbarkeit über den Klang bis hin zu den Kosten. Wir schauen uns an, was jede Gitarre ausmacht, welche Vor- und Nachteile sie mitbringt und vor allem: Welche ist die richtige Wahl für Sie als Anfänger? Egal, ob Sie Folk-Lieder am Lagerfeuer zupfen oder Rock-Riffs in der Garage üben möchten – hier finden Sie alle Infos, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Günstige Akustikgitarren, die großartig klingen
Was ist eine Akustikgitarre? Die klassische Seele der Musik

Eine Akustikgitarre ist das, was vielen als „echte“ Gitarre vorschwebt: ein hohles Instrument aus Holz, das seinen Klang durch Vibrationen des Korpus erzeugt. Der Schall löst sich über das Resonanzloch und füllt den Raum mit natürlichem, warmem Ton. Typische Modelle haben einen Dreadnought- oder Grand-Auditorium-Korpus, der für kräftigen Bass und klare Höhen sorgt. Die Saiten sind meist aus Stahl (für einen hellen, punchigen Sound) oder Nylon (sanfter für Klassik und Fingerstyle).
Akustikgitarren eignen sich perfekt für Genres wie Folk, Country, Blues oder Singer-Songwriter-Stücke. Denken Sie an Künstler wie Ed Sheeran oder Taylor Swift – ihre Akustik-Soli klingen unplugged und authentisch. Ein großer Pluspunkt: Sie brauchen keine zusätzliche Ausrüstung. Nehmen Sie sie einfach mit ans Meer oder in den Park, und los geht’s. Für Anfänger ist das ideal, wenn Sie unkompliziert üben wollen, ohne Kabelsalat.
Aber Achtung: Der Einstieg kann herausfordernd sein. Die Saiten sind dicker und straffer, was anfangs die Finger schmerzt, bis Hornhaut entsteht. Der Hals ist oft etwas breiter, und der Korpus massiver – perfekt für Rhythmusspielen, aber weniger für kleine Hände.
Was ist eine E-Gitarre? Der elektrische Adrenalinkick

Im Gegensatz zur Akustikgitarre hat die E-Gitarre einen massiven Korpus aus Holz, der keinen natürlichen Schall verstärkt. Stattdessen fangen Tonabnehmer (Pickups) die Saitenvibrationen auf und wandeln sie in elektrische Signale um, die über einen Verstärker hörbar werden. Single-Coils für einen klaren, twangigen Ton (wie bei Fender-Strats) oder Humbucker für warmen, verzerrten Sound (ideal für Rock und Metal) – die Möglichkeiten sind endlos.
E-Gitarren rocken in Genres wie Rock, Punk, Metal oder Blues. Stellen Sie sich vor, Sie jammen wie Slash von Guns N‘ Roses: Mit Effekten wie Distortion oder Reverb aus dem Amp wird aus einem einfachen Riff ein episches Solo. Der große Vorteil für Einsteiger: Leichtere Saiten und niedrigere Bünde machen das Pressen der Noten einfacher. Der flache Korpus liegt bequemer auf dem Schoß, und mit Kopfhörern können Sie leise üben, ohne die Nachbarn zu wecken.
Allerdings: Ohne Amp ist sie stumm. Das bedeutet Extra-Kosten für Verstärker, Kabel und vielleicht Pedale. Und der Sound? Er hängt stark von der Ausrüstung ab – ein Billig-Amp klingt dünn, ein guter macht den Unterschied.
Die wichtigsten Unterschiede: Akustik vs. E-Gitarre im direkten Duell
Um die richtige Wahl zu treffen, lohnt ein genauer Blick auf die Kernunterschiede. Hier ein Überblick, der Ihnen hilft, die passende Gitarre für Ihren Stil zu finden.
Spielbarkeit: Leichtes Gleiten oder fester Griff?
Bei der Akustikgitarre dominieren dickere Saiten (Gauge 0.011–0.014) und höhere Saitenlage (Action), was mehr Kraft erfordert. Das trainiert Ihre Fingerstärke super, kann aber frustrierend sein, wenn Sie gerade erst anfangen. Kürzere Mensuren (z. B. bei Parlor-Modellen) erleichtern es für kleine Hände, doch insgesamt fühlt sie sich „härter“ an – ideal für Fingerpicking oder volle Akkorde.
Die E-Gitarre hingegen ist ein Traum für Anfänger: Dünnere Saiten (0.009–0.011), schlankere Hälse und niedrigere Action machen Bending und Barré-Akkorde kinderleicht. Modelle mit kurzer Mensur wie die Fender Mustang sind perfekt für Kids oder Einsteiger. Nachteil: Sie wiegt oft mehr (4–6 kg vs. 2–3 kg bei Akustik), was bei langen Sessions spürbar wird.
Klang und Vielseitigkeit: Natürlich oder veredelt?
Akustikgitarren liefern puren, unverfälschten Ton – laut genug fürs Wohnzimmer, aber ohne Effekte. Der Korpus-Form (z. B. Jumbo für Bass-Boom) bestimmt den Charakter: Hell und straff für Strumming, warm für Fingerstyle. Perfekt für unplugged Sessions, aber begrenzt für Heavy Riffs.
E-Gitarren glänzen durch Flexibilität: Pickups, Knöpfe und Amps erlauben Ton-Formung – von cleanem Jazz bis zu crunchy Metal. Mit Pedalen wie Overdrive experimentieren Sie stundenlang. Das macht sie genreübergreifend, aber abhängig von der Technik: Ein schlechter Amp killt den Spaß.
Wartung und Pflege: Einfach oder technisch?
Akustikgitarren sind low-maintenance: Saiten wechseln, staubwischen, und fertig. Keine Elektronik, keine Kabelbrüche. Tuning per Ohr ist easy dank klarem Resonanz.
Bei E-Gitarren kommt mehr ran: Pickups checken, Kabel sichern, Amp pflegen. Aber Upgrades (z. B. bessere Saiten oder Locking-Tuner) sind spaßig und erweitern den Sound. Für Anfänger: Investieren Sie in Qualität, um Frust zu vermeiden.
Kosten: Budgetfreundlich oder Investition?
Eine gute Einsteiger-Akustik (z. B. Yamaha FG800) kostet 200–400 € – plus Zubehör wie Plektrum (5 €) oder Capo (10 €). Kein Amp nötig: Sparsam!
E-Gitarren starten ähnlich (Squier Strat um 250 €), aber addieren Amp (100–200 €), Kabel (20 €) und Tuner (15 €). Gesamt: 400–600 €. Langfristig lohnt es, da Effekte die Kreativität boosten.
Vorteile und Nachteile: Eine klare Übersicht
Um es übersichtlich zu machen, hier eine Tabelle mit den Highlights:
| Aspekt | Akustikgitarre | E-Gitarre |
|---|---|---|
| Vorteile | – Portabel, kein Amp nötig – Natürlicher, warmer Klang – Günstiger Einstieg – Baut Fingerstärke auf | – Leichter zu spielen – Unendliche Sound-Optionen – Leises Üben möglich – Cooles Design-Vielfalt |
| Nachteile | – Härtere Saiten, Fingerdruck – Weniger Effekte – Begrenzt für Rock/Metal – Massiver Korpus | – Extra-Gear-Kosten – Abhängig von Amp – Schwerer – Tuning kniffliger |
Diese Punkte basieren auf Erfahrungen vieler Gitarristen: Die Akustik fördert Disziplin, die E-Gitarre Motivation durch schnelle Erfolge.
Für Anfänger: Tipps zur Wahl der richtigen Gitarre
Als Neuling sollten Sie mit Ihrer Leidenschaft starten. Lieben Sie unplugged Folk oder Country? Gehen Sie zur Akustik – sie lehrt Basics wie Akkorde und Timing ohne Ablenkung. Wollen Sie Rock oder Blues rocken? Die E-Gitarre motiviert durch coole Sounds und leichtere Handhabung.
Experten raten: Probieren Sie beide aus! In einem Musikladen fühlen Sie den Hals, zupfen Saiten und checken den Komfort. Budget unter 500 €? Schauen Sie nach Sets (z. B. Fender FA-125 für Akustik oder Squier Starter-Pack für E). Und erinnern Sie sich: Fähigkeiten transferieren sich – starten Sie mit Akustik, wechseln Sie easy zur E, oder umgekehrt.
Für Kids oder kleine Hände: Kurze Mensur-Modelle bei beiden. Und immer: Gute Setup (niedrige Action) ist Schlüssel gegen Frust.
Akustik oder E-Gitarre? Es gibt kein „besser“ – nur das, was zu Ihrem Stil und Leben passt. Wenn Portabilität und Authentizität zählen, wählen Sie Akustik. Für Kreativität und Adrenalin: E-Gitarre. Beide machen Spaß und bauen Skills auf, die Sie ein Leben lang tragen. Starten Sie klein, üben Sie täglich, und bald jamen Sie Ihre Lieblingssongs. Auf gitarre101.com finden Sie mehr Tipps, Reviews und Angebote – lassen Sie uns gemeinsam Ihre Gitarrenreise rocken!
Quellen
- Fender: Acoustic vs Electric Guitars for Beginners
- Guitar World: Acoustic vs Electric Guitar for Beginner Guitarists
- Guitar World: Should You Learn Acoustic Before Electric?
- Fender: Benefits of Learning on Electric Guitars





